Warum werden Milliarden von Euro in Rettungsschirme gesteckt?

Die seit Ende 2009 andauernde Eurokrise ist der Auslöser für die Notwendigkeit eines EU-Rettungsschirmes. Um kurz vor dem Bankrott stehende EU Länder wie Griechenland zu retten, soll eine Zweckgesellschaft mit Notkrediten aushelfen können – der Rettungsschirm.

Die Entstehung der Eurokrise

Die Eurokrise begann 2009 und erschütterte das komplexe Systeme „Europa“ in seinen Grundfesten. Dabei handelt es sich in erster Linie um eine Staatsschuldenkrise, die jedoch auch Züge einer Banken- und Wirtschaftskrise hat. Der drohende Staatsbankrott Griechenlands gilt für viele als Hauptauslöser der Eurokrise. Durch die Festlegung einer einheitlichen Währung für mehrere Staaten, gewinnen die Länder zwar durch ein vereinfachtes Handelssystem, jedoch geht damit auch ein wichtiges volkswirtschaftliches Instrument – die Geldpolitik – und die damit einhergehende, selbstständige Auf- oder Abwertung der eigenen Währung verloren. Somit ist es Ländern wie Griechenland nicht mehr möglich sich auf eigene Faust von Staatsschulden zu befreien.

Wofür ein Rettungsschirm?

Um die finanziell in Schieflage geratenen Mitgliedsstaaten aufzufangen, wurde 2010 die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) eingerichtet. Diese Maßnahme wird als Rettungsschirm bezeichnet, da es der Aktiengesellschaft möglich ist, Staaten großzügig mit Notkrediten und Bürgschaften zu versorgen. Dieser provisorische Rettungsschirm wurde am 1. Juli 2013 von einer langfristig angelegten Lösung, dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), abgelöst. Grundsätzlich erbringt er die gleichen Leistungen wie die EFSF, jedoch ist dieser Stabilitätsmechanismus eine dauerhafte Lösung um zahlungsunfähige Euro-Länder mit Geldern der EU zu versorgen. Als Gegenleistung für die erhaltenen Kredite müssen die verschuldeten Mitgliedsstaaten der Eurozone die Ursachen für die aktuellen Staatsschulden gründlich analysieren und volkswirtschaftliche Anpassungen vornehmen.

Rettungsschirm oder Rausschmiss?

Nicht nur Politiker streiten sich heftig über die Wirkungsmechanismen der Rettungsschirme auch die breite Bevölkerung in der Eurozone ist gegen den Rettungsschirm. Bürger der verschuldeten Länder fühlen sich durch strenge Sparmaßnahmen geknebelt, währenddessen die Bewohner finanziell stabiler Länder keine maroden Staatshaushalte mit Milliarden Euro unterstützen möchten. Es stellt sich die Frage ob ein Rausschmiss einzelner, zahlungsunfähiger Staaten nicht eine einfachere und kostengünstigere Methode wäre, den Euro als Währung zu stabilisieren. Doch die Eurozone gründet sich nicht nur auf den Erhalt einer gemeinschaftlichen Währung, sondern ist die Idee einer starken Staatengemeinschaft, die durch ein einheitliches Zahlungsmittel Stabilität in seiner Wirtschaftskraft erlangen soll.

Wohin führt der weitere Weg der Eurozone?

Die Eurokrise ist als wichtiger Lernfortschritt für die Mitglieder der Eurozone anzusehen. Sie ist die erste schwerwiegende Krise, die nicht nur ein großes Risiko für die Idee Europa ist sondern deren erfolgreiche Bekämpfung auch zeigen kann, wie stark die Euro-Länder seit Beginn der Währungsunion 1998 zusammengewachsen sind. Somit sind Rettungsschirme neben Mittel zum Zweck ein deutliches Signal dafür, dass auch schwächere Staaten von der Währungsgemeinschaft aufgefangen werden und gemeinsam an einer wirtschaftlich stabilen Zukunft Europas gearbeitet wird.

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