Tipps für ein ideales Musterdepot

Das Depot: Mit der richtigen Mischung zum Börsenerfolg

Die vielseitigen Möglichkeiten der Geldanlagen an der Börse machen es für den privaten Anleger zunehmend schwierig, zwischen den verschiedenen Angeboten zu unterscheiden. Die Auswahl der richtigen Strategie, die der eigenen Risikobereitschaft entsprechend gerecht wird, stellt dabei eine fast unlösbare Aufgabe dar. Umso empfehlenswerter ist es, ein Depot zu errichten, das durch eine optimale Risikostreuung besticht und trotzdem eine attraktive Rendite verspricht. Eine Universallösung gibt es hierbei nicht. Jeder Anleger muss selbst beurteilen, in welcher Lebenssituation er sich befindet und welches Risiko folglich eingegangen werden soll.

Das Risiko bestimmt den Erfolg

Zunächst gilt festzuhalten, dass an der Börse stets gilt „je höher das Risiko, umso höher die möglichen Gewinne“. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es vielversprechend ist, nur auf die risikoreichsten Aktien zu setzen, da zwar im Bereich solcher Aktiengeschäfte die höchsten Gewinne, aber auch die höchsten Verluste für den Anleger möglich sind. Daher soll im weiteren Verlauf näher  erläutert werden, welche Anlageklassen wie zu beurteilen sind.

Staatsanleihen, Aktien, ETFs

Eine empfehlenswerte Zusammensetzung des Depots stellt die Zusammenstellung aus Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, ETFs, Rohstoffen, Währungen und Aktien, wobei dort noch genauer zwischen zyklischen und nicht zyklischen Aktien unterschieden werden muss. Bei den Staatsanleihen (auch Bonds) handelt es sich um Darlehen. Dies bedeutet, der private Anleger gewährt Unternehmen, oder in diesem Fall, dem Staat, einen Kredit. Im Gegenzug erhält der Anleger fest vereinbarte Zinsen und die Rückzahlung des gewährten Darlehens zu einem festen Termin. Staatsanleihen gelten dabei als relativ sicher, da lediglich bei einer Insolvenz des Schuldners ein Zahlungsausfall zu erwarten ist. Nichtsdestotrotz gilt es trotz Zuverlässigkeit von Staatsanleihen zu erwähnen, dass selbst Staaten Zahlungsengpässe haben, wie etwa Griechenland oder eine Auszahlung der fälligen Kredite verweigern, wie beispielsweise Argentinien. Alles in allem sollten Staatsanleihen als relativ sichere Anlage sowie Unternehmensanleihen als ebenfalls recht sichere Anlage im Depot nicht fehlen.

Als zweite, zu empfehlende Anlageklasse im Musterdepot sind klassische Aktien zu betrachten. Genau diese sorgen für die überdurchschnittliche Performance eines Depots und stellen zumeist den volatilsten Teil des Depots dar. Dabei muss ergänzt werden, dass das Depot immer aus zyklischen und nicht zyklischen Aktien bestehen sollte. Zyklische Aktien stellen dabei Anteile von Unternehmen dar, die eine relativ stabile Unternehmensleistung und damit auch Kursentwicklung haben. Aktien solcher Unternehmen sind relativ unabhängig von Kursschwankungen an der Börse, da es sich in den meisten Fällen um Produzenten von Konsum- und Nahrungsgütern handelt, die zu jeder Zeit abgesetzt werden. Um jedoch nicht vollkommen auf sehr hohe Renditen verzichten zu müssen, ist es empfehlenswert, neben den recht soliden Aktientiteln von nicht zyklischen Unternehmen auch Titel zyklischer Unternehmen in das Depot aufzunehmen. Zyklische Unternehmen hängen dabei häufig von den Entwicklungen am Markt ab und erwirtschaften in den Boom-Phasen ihrer Branche hohe Renditen, während die Kurse und Dividenden in Zeiten der Rezession oftmals sehr stark fallen. Beispiele für zyklische Unternehmen lassen sich in der Automobilindustrie (wie z.B. Ford, Volkswagen) oder der Chemieindustrie (BASF) finden. Trotz der starken Schwankungen innerhalb der verschiedenen Phasen der Wirtschaftsentwicklungen sollte daher nicht auf die starke Performance solcher Aktienbeteiligungen im Depot verzichtet werden. Zum Ausgleich von möglichen Verlusten aus solchen Beteiligungen befinden sich idealerweise dann Anteile an nicht zyklischen Unternehmen im Depot.

Bei den ETFs handelt es sich um so genannte Exchange Trade Funds. Dabei handelt es sich um ein Instrument, bei dem von einem Computer Wertpapiere gekauft und verkauft werden. Die Besonderheit an dieser Anlageform ist, dass die ETFs Passivfonds sind und nur einen Index nachbilden, wie z.B. den DAX. Dies bedeutet, dass sich in einem ETF (deutsch: börsengehandelte Fonds) die 30 Aktien des deutschen Leitindex befinden, nämlich zu den Teilen, wie sich auch im Index selbst vertreten sind. Der große Vorteil für den Anleger besteht darin, dass die Kursentwicklungen leicht zu verfolgen sind. Somit können, bei Zuschreibung eines großen Kurspotentials z.B. in den DAX, gute Renditen erzielt werden. Das Risiko verteilt sich hier auf gleich mehrere Aktientitel. Jedoch sei bedacht, dass insbesondere im DAX viele Aktienveränderungen korrelieren.

Währungen sind Barreserven unterschiedlicher, meist handelsüblicher Währungen. Diese werden zumeist als Barreserven gehalten, teils aber auch „nicht-physisch“ in Form von Zertifikaten, welche den Wechselkurs zwischen zwei Währungen abbilden.

Die Risikobereitschaft bestimmt die Anteile

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die eigene Vermögens- und Lebenssituation entscheidend sind, wie groß die Anteile der Risikoklassen sein sollten. Für risikofreudige Investoren bietet es sich an den Anteil von zyklischen Aktien, hoch verzinsten Unternehmensanleihen und ETFs recht hoch anzulegen. Für eher konservativere Investoren sollten Staatsanleihen und Barreserven die Hauptgrundlage des Depots schaffen. Hier gilt es aber nicht, ganze Anlageklassen vollständig auszuschließen. Lediglich die Gewichtung derer wird je nach Anlageverhalten verschoben.

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