Steuertricks, von denen Sie lieber die Finger lassen sollten

Verärgert über die Tricksereien international agierender Unternehmen im Hinblick auf deren Steuerzahlungspflicht in Deutschland, sehen einige Bürger keinen Grund mehr darin den braven Bürger zu mimen. Während einige Steuerzahler lauthals ihren Protest kundtun, sehen andere die Steuertricks der Unternehmen als Anreiz auch selbst unehrlich zu werden. Die Versuchung scheint groß zu sein, in der eigenen Steuererklärung die eine oder andere Angabe wegfallen zu lassen oder zu beschönigen.

Heißer Tipp oder heiße Luft?

Da nicht jeder die Hilfe eines Steuerberaters oder eines Vereins zur Lohnsteuerhilfe annimmt, füllen viele Bürger ihre Steuererklärung auf eigene Faust aus. Während nach dem Steuerberatungsgesetz die konkrete Beratung in Einzelfällen ausschließlich Steuerberatern vorbehalten ist, gibt es ein umfassendes Angebot an Literatur mit findigen und allgemein formulierten Steuertricks. Auch im Internet lassen sich zahlreiche Tipps und Tricks finden, die zu einer vermeintlichen Steuerersparnis führen sollen. Diese Ratgeber schließen im Normalfall jedwede Haftung aus und der Steuerzahler ist selbst für seine Angaben verantwortlich. Daher ist es dringend notwendig, genau zwischen legalen Steuer-Schlupflöchern und rechtswidrigen Methoden unterscheiden zu können.

Beliebte Tricks, die schnell zu einer unangenehmen Steuerprüfung führen

Unter allen findigen Tricks lassen sich einige Dauerbrenner identifizieren, die jedoch nicht nur unter den Steuerzahlern weit verbreitet sind, sondern auch das Finanzamt genau kennt und daher gesondert darauf achtet. Der wohl beliebteste Versuch Angaben in der Steuererklärung zu manipulieren, ist die Falschangabe bezüglich der Fahrtkosten zur Arbeitsstelle. Während viele der Meinung sind, einige Kilometer mehr oder weniger würden nicht auffallen, rechnet hier das Finanzamt besonders penibel nach. Nach oben korrigierte Zahlen werden von Finanzbeamten im Notfall auch mit einem Routenplaner auf den Kilometer genau berechnet. Eine ebenso häufige Falschangabe bezieht sich auf ein vermeintliches Arbeitszimmer. Doch auch hier ist das Finanzamt außerordentlich aufmerksam, da nur in wenigen Fällen ein Arbeitszimmer auch zu hundert Prozent als solches geltend gemacht werden kann. Ist bei der Steuerprüfung – die beispielsweise aufgrund eines besonders großzügig angegebenen Arbeitsraumes anfällt – eine private Nutzung für den Prüfer ersichtlich, drohen empfindliche Nachzahlungen. Hier reicht schon ein zwischengelagerter Kleiderschrank oder ein Gästebett und das Arbeitszimmer kann nicht mehr als solches steuerlich geltend gemacht werden. Um Kapitalerträge vor dem Fiskus zu schützen, greifen Steuerzahler auf ungewöhnliche Methoden zurück. Hier ist eine Idee, die Erträge auf die Kinder zu übertragen und damit den eigenen Steuerfreibetrag nicht zu überschreiten. Dies ist eine zwar eine legale Methode, aber nur solange der Geldtransfer nicht nur zum Schein erfolgt, sondern dem Kind auch längerfristig zur Verfügung steht.

Schlupflöcher nutzen und Tricksereien vermeiden

Während legale Schlupflöcher einen angenehme Methode sind um Steuern zu sparen, bringen Tricksereien in der Steuererklärung zumeist mehr Schaden als wirklichen Gewinn. Wer unsicher ist, wo noch Potential zur Steuereinsparung besteht, sollte auf den Rat eines Steuerberaters zurückgreifen – der kann nicht nur legale von illegalen Schachzügen unterscheiden, sondern ist zu jederzeit auf dem neuesten Stand bezüglich der Steuervorschriften.

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