Kaufkraft in Deutschland 2013 / 2014

Erläuterungen zur Kaufkraft in Deutschland 2013

Die Kaufkraft ist ein regelmäßig wiederkehrendes Thema in den Wirtschaftsnachrichten. Sie gibt Auskunft über den aktuellen Wohlstand einer Region oder des gesamten Landes und umfasst somit auch das Thema Löhne. Aktuellen Studien der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) zeigen, dass die Kaufkraft im Jahr 2013 zwar um 1,5 Prozent gegenüber 2012 gestiegen ist und somit mehr zu Konsumzwecken verfügbares Einkommen vorhanden ist. Dem steht jedoch die aktuelle Inflationsrate gegenüber, die sich auf gleichem Niveau befindet und die Lohnsteigerung damit komplett aufzehrt. Während des ersten Quartals 2013 sind die Reallöhne sogar um 0,1 Prozent gesunken, da die Löhne nicht mit den steigenden Preisen mithalten konnten.

Was genau ist eigentlich die Kaufkraft?

Die Kaufkraft bezeichnet jenen Teil des Einkommens, der Haushalten zu Konsumzwecken zur Verfügung
steht. Davor wurden bereits alle regelmäßigen Zahlungen abgezogen, also bspw. Mieten, Kreditraten oder Versicherungsbeiträge. Üblicherweise wird die Kaufkraft pro Jahr oder pro Monat angegeben. Mit dem verfügbaren Einkommen der Haushalte lässt sich auch deren Wohlstand ermitteln, allerdings sind diese Begriffe nicht absolut Deckungsgleich, da beim verfügbaren Einkommen kein Preisniveau berücksichtigt wird. Es wird also kein Reallohn (Einkommen unter Berücksichtigung der Inflation) angesetzt.

Zum verfügbaren Einkommen werden auch Einkünfte gezählt, die nicht dem unmittelbaren Konsum dienen, sondern auch jene, die zur Vermögensbildung verwendet werden. Dazu zählen auch Ausgaben, die Verbraucher für Finanzberatung, um diesen Teil des Einkommens möglichst gewinnbringend anlegen zu können. Ermittelt wird die Kaufkraft vor allem auf Basis von Lohn- und Gehaltsstatistiken. Die Daten kommen daher überwiegend von Finanzämtern.

Kaufkraft nach Bundesländern

Hamburg 22.769€
Bayern 22.508€
Baden-Württemberg 22.115€
Hessen 22.084€
Schleswig-Holstein 20.769€
Nordrhein-Westfalen 20.685€
Rheinland-Pfalz 20.600€
Niedersachsen 20.190€
Bremen 19.428€
Saarland 19.251€
Berlin 18.757€
Brandenburg 18.245€
Thüringen 17.221€
Sachsen 17.179€
Mecklemburg-Vorpommern 17.038€
Sachsen-Anhalt 16.970€

Die Kaufkraft ist für Unternehmen vor allem auf regionaler Ebene betrachtet von großer Bedeutung, denn jene müssen die Vermarktung ihrer Produkte auf die Verhältnisse der jeweiligen Region anpassen. Das gilt insbesondere für Sortimentsgestaltung und Preisfindung. Wenn bestimmte Konsumgüter in München mehr kosten als bspw. in Berlin, dann liegt das in erster Linie daran, dass sich das dortige Gewerbe auf die jeweilige Kaufkraft eingestellt hat. München ist im Jahr 2013 mit 28.247 Euro pro Person der Kaufkraftstärkste Stadtkreis Deutschlands. Zum Vergleich: Auf Platz 10 befindet sich derzeit Wiesbaden mit 23.415 Euro pro Kopf.

Auf der Ebene der Bundesländer liegt derzeit Hamburg auf Platz eins. 22.769 Euro pro Kopf stehen dort im Durchschnitt zur Verfügung. Danach folgen Bayern und auf Platz drei Baden-Württemberg, welches im Jahr 2013 an Hessen vorbei auf diesen Platz vorgerückt ist. Am anderen Ende der Liste liegen vor allem Länder im Osten der Bundesrepublik wie Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Das Schlusslicht ist derzeit jedoch Sachsen-Anhalt mit gerade mal 16.970 Euro pro Person.

Natürlich lässt sich die Kaufkraft auch auf internationaler Ebene vergleichen. Mit einer sehr hohen Kaufkraft können beispielsweise die Schweiz und Norwegen aufwarten. Deutlich geringer fällt das verfügbare Einkommen in Ländern wie Polen und der Slowakei aus.

Quellen: tecis

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