Geldanlagen: Welche Möglichkeiten haben Hartz 4 Empfänger?

Besonders ältere Hartz-IV-Empfänger haben Angst davor, durch die lange Arbeitslosigkeit ihre gesamten Ersparnisse aufgeben zu müssen. Viele gehen davon aus, dass jegliches Vermögen aufgebraucht werden muss, um den Anspruch auf Hartz IV nicht zu verlieren. Dabei ist es sehr wichtig, auf Geldanlagen zurückgreifen zu können, um sich für das Alter abzusichern. Hartz-IV-Empfängern bleiben dabei zahlreiche Möglichkeiten der Geldanlage verwehrt, wie etwa die Investition in Immobilien. Die Beträge und Vermögenswerte, die Hartz-IV-Empfängern zustehen, sind vom Staat genau reglementiert. Dabei fällt es Betroffenen oft schwer, einen Überblick zu behalten, welche Geldanlagen geschützt sind und ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, als Hartz-IV-Empfänger Geld anzulegen ohne den Anspruch auf staatliche Hilfe zu verlieren.

Möglichkeiten der Geldanlage für Hartz-IV-Empfänger – Freibeträge für Vermögen und Geldanlagen

Grundsätzlich stehen jedem Empfänger des Arbeitslosengeldes II, seit 2005 Hartz IV genannt, bestimmte Freibeträge für das eigene Vermögen zu. Diese berechnen sich maßgeblich nach dem Alter des Berechtigten und sind genau festgelegt. Der Grundfreibetrag beträgt dabei 200 Euro pro Lebensjahr, maximal jedoch 13.000 Euro. Daneben liegt der sogenannte Anschaffungsfreibetrag, der als Sparvermögen behalten werden darf, bei 750 Euro pro Person. Der Altersvorsorgefreibetrag ist dabei, ebenso wie der Grundfreibetrag, auf 200 Euro pro Lebensjahr festgelegt und darf eine maximale Höhe von 13.000 Euro erreichen. Diese Freibeträge gelten auch für Partner und Kinder des Berechtigten. Vermögensbeträge wie diese erscheinen zunächst großzügig, doch muss beachtet werden, dass nicht ausschließlich Bargeld als anzurechnendes Vermögen gewertet wird. Auch Aktien, Immobilien oder wertvoller Schmuck fallen in diesen Bereich und müssen genau dokumentiert werden. So bleibt zumeist nur wenig von den Freibeträgen, die der Hartz-IV-Empfänger effektiv – als Geldanlage für das Alter – ansparen kann.

Altersvorsorge durch Geldanlagen schützen

Hartz-IV-Empfänger müssen aber nicht generell um alle Anlagen fürchten, die sie möglicherweise schon während der Berufstätigkeit für das Alter angelegt haben. So ist es einem Hartz-IV-Berechtigten beispielsweise möglich, ein Eigenheim zu erhalten, ohne dabei das Anrecht auf staatliche Hilfen zu verlieren. Sofern das eigene Haus oder die Eigentumswohnung eine angemessene Größe besitzt und vom Hartz-IV-Bezieher selbst bewohnt wird, ist es möglich, dass das Eigenheim im Besitz bleibt. Alle Immobilien, die über das Eigenheim mit angemessener Größe hinausgehen, gelten aber als ungeschützt. Eine Immobilie ist daher nur bedingt als lukrative Geldanlage für Hartz-IV-Empfänger anzusehen. Nicht zuletzt deshalb, weil nicht abschließend geklärt ist, wann eine Immobilie als angemessen gilt.

Rentenversicherung, Lebensversicherung und Riester-Rente als Geldanlage für Hartz IV Empfänger

Eine bessere Möglichkeit für Hartz-IV-Empfänger, speziell Geldanlagen für den Ruhestand anzusparen, bieten private Renten und Versicherungen. So ist es zum Beispiel möglich, trotz Arbeitslosigkeit und Hartz IV, in eine Riesterrente einzuzahlen, ohne dabei seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II zu verlieren. Auch eine Lebensversicherung kann eine gute Kapitalanlage für Hartz-IV-Empfänger darstellen. Nicht jede Lebensversicherung lässt sich aber außerhalb des Grundfreibetrages schützen. Dies ist nur dann möglich, wenn der Vertrag der Versicherung eine sogenannte „Hartz-Klausel“ enthält, die verfügt, dass das Geld erst ab dem Rentenalter für den Einzahler erreichbar ist. Generell sollten alle Altersvorsorgen so abgesichert sein, dass der Sparer erst mit dem Renteneintrittsalter über die Ersparnisse verfügen kann. Zudem muss die „Hartz-Klausel“ schon vor Beginn des Bezugs von Arbeitslosengeld festgelegt werden.

Sparen mit vielen Regeln

Generell ist es sicherlich möglich, als Hartz-IV-Empfänger Geldanlagen zu besitzen oder für das Alter vorzusorgen. Tatsache ist aber auch, dass ein Hartz-IV-Empfänger viele Details und Regeln beachten muss, um sparen zu können, ohne dabei den Anspruch auf staatliche Unterstützung zu verlieren. Viele Möglichkeiten, die ein Anleger normalerweise hat, wie Immobilienanlagen oder Aktien, entfallen daher für den Hartz-IV-Empfänger. Das große Problem dabei ist vor allem, dass Verträge, die vor der Arbeitslosigkeit geschlossen wurden, meist nicht den Anforderungen eines Hartz-IV-Falles genügen, nachträglich aber nicht geändert werden können. Daher ist es ratsam, bei Vertragsabschlüssen den potentiellen Fall der Arbeitslosigkeit nicht auszuklammern. Bezieher von Hartz IV sollten in Zweifelsfällen stets Rücksprache mit dem Amt halten, um bösen Überraschungen zu entgehen.

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