Die wahre Höhe der Inflation

Die tatsächlich empfundene Inflation auf Seiten der Verbraucher

Die Inflation verzeichnet im Jahr 2013 beunruhigende Anstiege. Lag sie im April noch bei etwa 1,2 %, so befindet sie sich mit einem Wert von 1,9 % im Juli auf dem Höchststand des Jahres 2013. Vergleichsweise beschreibt die EZB (europäische Zentralbank) eine Inflation von 2 % und aufwärts als Warnsignal für eine Preisinstabilität. Nichtsdestotrotz ist die empfundene Inflation für die Verbraucher deutlich höher. Dies ist vor allem mit den steigenden Preisen für die Konsumgüter zu begründen.

Die Nahrungsmittelpreise als Indikator für Endverbraucher

Vor allem Lebensmittel haben einen enormen Preisanstieg zu verzeichnen. So ist der Preis für Butter im Vergleich zu 2012 um 30,8 % gestiegen. Bei Kartoffeln beispielsweise liegt der Preisanstieg mit einem Wert von 44,4 % nochmal höher. Auch für Obst, wie z.B. Äpfel, müssen die Konsumenten einen um 22,3 % gestiegenen Preis hinnehmen. Bei Milch ist dabei ein Anstieg des Preises von 6,1 % festgestellt worden, bei Gemüse ist der Preis im Vergleich zu 2012 etwa 11,7 % höher. Der durchschnittliche Preisanstieg für Nahrungsmittel liegt zusammenfassend bei 5,7 %. Dieser Wert übersteigt die Inflationsrate von 1,9 % deutlich. Da der tatsächliche Preisanstieg im Bereich der häufig gekauften Lebensmittel mit 5,7 % signifikant höher ausfällt, wird die Inflation von den Verbrauchern deutlich drastischer wahrgenommen.

Ursachen der enormen Preisanstiege

Um verstehen zu können, woraus diese starken Anstiege resultieren, sind verschiedene wirtschaftliche und saisonbedingte Einflüsse zu berücksichtigen. So ist das Jahr 2013 durch einen besonders langen Winter gekennzeichnet, was einen wesentlichen Einfluss auf die Ernte hatte und somit die durchschnittlich verfügbaren Mengen deutlich geringer sind als im Vorjahr. Erschwerend kommt hinzu, dass die Nachfrage in den Schwellenländern jährlich zunimmt, was den Aspekt der momentanen Güterknappheit nochmals verschärft und sich damit zwangsläufig in höheren Preisen niederschlägt. Ebenfalls einen gravierenden Einfluss auf die starke Preissteigerung haben Wetterkapriolen, wie die starken Überschwemmungen in Deutschland

Schlussfolgerung und Ausblick

Die Kritik an der Preisentwicklung des Warenkorbs für den Normalverbraucher weit über die Inflationsrate hinaus ist durchaus berechtigt. Werden jedoch die genannten Einflussgrößen auf diese Preisentwicklungen herangezogen, kann damit gerechnet werden, dass sich die verschiedenen Preise bei entsprechenden wirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen wieder stabilisieren und leicht sinken. Ereignisse wie die Überschwemmungen in Deutschland oder der lange, kalte Winter sind nicht als jährlich wiederkehrende Einflussgrößen anzunehmen. Entsprechend der Aussagen vieler Ökonomen ist mit einer Preisstabilisierung des Warenkorbes im Bereich der Lebensmittel zu rechnen, wenn sich Rahmenbedingungen wieder einpendeln. Jedoch ist bei einer Inflation von 1,9 % trotzdem festzuhalten, dass es sich bereits um einen Wert nahe an der Preisinstabilität handelt und die Verzinsung vieler Sparanlagen im Moment weit unter der Inflationsrate liegt.

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