Bausparverträge – eine sinnvolle Geldanlage?

Aktuelle Zahlen zeigen, dass Bausparverträge Hochkonjunktur haben. Täglich werden ca. 6000 neue Bausparverträge abgeschlossen. Auch in Zeiten der Finanzkrise und trotz des gewachsenen Misstrauens gegenüber Banken haben deutsche Sparer ein ungebrochenes Interesse daran, ihr Geld mit dieser Anlageform  zu sparen. Das Eigenheim erscheint vielen Deutschen immer noch als die beste finanzielle Absicherung – den Weg dorthin eröffnet häufig der Abschluss eines Bausparvertrages. Dabei werben Banken und Sparkassen mit günstigen Zinsen für Bauspardarlehen und preisen die Bausparmodelle als äußerst sichere und zukunftsorientierte Anlagenmöglichkeit an. In der heutigen Zeit stehen dem Traum vom Eigenheim jedoch die geforderte berufliche Flexibilität und die einhergehende Kurzentschlossenheit der Menschen gegenüber. Daher ist es fraglich, ob es noch sinnvoll ist, Gelder langfristig und zweckgebunden in einem Bausparvertrag anzulegen.

Vorteile und Nachteile des Bausparvertrages

1. Verschiedene Bausparmodelle

Grundsätzlich werden verschiedene Produkte von Bausparkassen angeboten, wodurch der Bausparvertrag ein Stück weit an die individuellen Bedürfnisse des Sparers angepasst werden kann. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Angebote vor allem in Laufzeit und Höhe des monatlichen Betrags, der eingezahlt werden muss. Bei Vertragsabschluss wird eine Zielsumme, eine Mindestlaufzeit und eine monatliche Einzahlungssumme festgelegt, die den Bedürfnissen des Sparers, je nach Bauvorhaben, angepasst werden können. Die im Vertrag festgelegte Summe des Bausparers kann bei vielen Anbietern auch nachträglich verändert werden, je nachdem wie sich das Bauvorhaben im Laufe der Zeit verändert. So können Bausparer einerseits auf einen Mindestbetrag von 5000 Euro reduziert und andererseits beliebig aufgestockt werden.

Im traditionellen Bausparvertrag steht dem Sparer nach Zuteilung eine Darlehenssumme zu, die in Anspruch genommen werden kann. Ein Modell, das in der heutigen Zeit nur bedingt sinnvoll erscheint. So benötigen viele Menschen kurzfristig ein Darlehen für Bauangelegenheiten und können nicht die lange Laufzeit eines Bausparvertrages von sieben bis zehn Jahren abwarten. Für diesen Fall bieten Bausparkassen das Modell des „vorfinanzierten Bausparers“ an, bei welchem die Anleger mit Abschluss des Vertrages bereits über ein Darlehen verfügen können, das später mit dem zuteilungsreifen Bausparer abgegolten werden soll. Gewiss ein Modell, welches prinzipiell den Anforderungen der modernen Gesellschaft eher entspricht als ein jahrelanges, vorsorgliches Bausparen. Doch warnen Verbraucherschützer vor dem damit verbundenen hohen Darlehenszinsen.

2. Bausparer als Zukunftsvorsorge für Kinder

Eltern und Großeltern legen oft sehr früh Bausparverträge für Kinder an, um deren Zukunft ein Stück weit abzusichern. Fraglich ist aber, ob es sich lohnt, eine derartige Geldanlage für Kinder anzusparen. Generell kann ein Bausparvertrag nicht nur für Wohneigentum genutzt werden, das heißt, auch Mieter können beispielsweise einen Bausparer für Renovierungsarbeiten nutzen. Die meisten Menschen sehen sich im Laufe ihres Lebens mit derartigen Ausgaben konfrontiert, was einen Bausparer für Kinder und Jugendliche durchaus sinnvoll erscheinen lässt. Trotzdem ist ein Bausparer immer eine langfristige und regelmäßige finanzielle Belastung, die zusätzlich zu den alltäglichen Kosten für ein Kind getragen werden müssen und sich nicht für kleine Sparbeträge lohnt.

3. Bausparverträge als geduldfordernde Geldanlage

Bausparen und langjährige vertragliche Bindungen gehen miteinander einher. Deshalb ist es entscheidend, sicherzustellen, dass die regelmäßige Einzahlung sicher erfolgen kann. In der heutigen Zeit, in der vor allem beruflich eine hohe Flexibilität von Nöten ist, ist es schwieriger als früher, sich langfristig an einen Vertrag zu binden, der eine regelmäßige finanzielle Belastung bedeutet. Dennoch zeigen Statistiken, dass die Nachfrage nach Bausparverträgen boomt. Dies ist wohl den flexiblen Verwendungsmöglichkeiten geschuldet, die Bausparer heutzutage in sich tragen. Generell erscheint ein Bausparer in erster Linie sinnvoll, wenn der Anleger jung ist und künftig Baumaßnahmen, egal welcher Art, zu leisten hat. Für alle anderen Sparziele gibt es sicherlich passendere Anlagemöglichkeiten, die in der Verwendung freier gestaltbar sind und lange Wartezeiten vermeiden.

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