Achtung! Fallen bei Kreditverträgen

Fallen bei Kreditverträgen

Viele Arbeitnehmer stehen vor der Problematik größere Anschaffungen, wie Autos oder Wohneigentum, nicht mit den eigenen Ersparnissen finanzieren zu können. Statt den Kauf aufzuschieben, wird auf vermeintlich günstige Kredite zurückgegriffen. Erst zu kaufen und dann Stück für Stück abbezahlen ist eine Finanzierungsmöglichkeit, die auf den ersten Blick plausibel und bequem erscheint. Kreditnehmer sollten bei einem Vertragsabschluss aber stets aufmerksam in Bezug auf die Vertragsdetails bleiben. Denn neben der Aussicht auf günstige Konditionen bieten Kreditverträge oftmals eine Vielzahl an Fallstricken, die der Kreditnehmer im Nachhinein teuer bezahlen muss.

Versteckte Kosten in Kreditverträgen

1. Den geeigneten Kredit finden und hohe Zinsen vermeiden

Banken und Kreditinstitute bieten den Kunden unterschiedliche Kreditmodelle an. Grundsätzlich kann hierbei zwischen dem Dispositionskredit und dem Ratenkredit unterschieden werden. Zu beachten ist: Die Kreditform muss die Anschaffungskosten optimal tragen können. Der Dispositionskredit eignet sich zum Beispiel nur für kleinere Beträge, die maximal eine Höhe von drei Monatsgehältern erreichen oder für die Möglichkeit, bei einem finanziellen Engpass den laufenden Zahlungsverkehr nicht zu unterbrechen. Im Vergleich zum Ratenkredit legt sich der Kunde bei einem Dispositionskredit auf wesentlich höhere Zinsen fest, die zwischen 6 und 14 Prozent liegen können. Für längerfristigen Kreditbedarf stellt daher der Ratenvertrag eine sinnvolle Alternative dar. Hier ist Abschluss eines Kreditvertrages ein monatlicher Ratenbetrag festlegt, der zurückgezahlt werden muss. Die Laufzeiten sind dabei variabel und das Angebot erscheint oft günstig – Fallen im Kreditvertrag bleiben aber nicht aus.

2. Fallen beim Ratenkredit

Vor allem bei Ratenkrediten stoßen Verbraucher oft auf sehr günstige Angebote. Der Zinssatz für den Ratenkredit liegt dabei wesentlich unter dem des Dispositionskredites. Dennoch kann der Kreditvertrag viele zusätzliche Kosten für den Verbraucher enthalten, die oft nur auf den zweiten Blick erkennbar sind. Essentiell wichtig für den Verbraucher ist zunächst die Höhe des effektiven Jahreszinses. Dieser beinhaltet sämtliche Nebenkosten, die den Kreditnehmer nach Vertragsabschluss erwarten. Oftmals zeigt sich erst hier, welcher Ratenkredit der günstigste ist. Denn obwohl viele Kreditgeber mit augenscheinlich guten Angeboten locken, können die Kosten rund um Provision und Bearbeitungsgebühren das vermeintliche Schnäppchen schnell zu einem teuren Kredit werden lassen.

Viele Kreditverträge bieten dem Verbraucher außerdem sehr niedrige Tilgungsraten an, die auf den ersten Blick eine Entlastung für Kreditnehmer suggerieren, aber oftmals in eine Kostenfalle münden. So kann das Kreditinstitut bei langen Laufzeiten die fälligen Zinsen erhöhen, wodurch der Verbraucher schlussendlich nicht nur lange mit der Abbezahlung des Kredites beschäftigt ist, sondern zudem durch hohe Zinsen belastet wird. Entscheidend ist bei einem Ratenkredit deshalb, eine realistische Summe vertraglich festzulegen, die monatlich beglichen werden soll. Zu hoch angesetzte Tilgungsraten können den Verbraucher in die Zahlungsunfähigkeit treiben, zu niedrig angesetzte Raten im Kreditvertrag gehen dagegen häufig mit hohen Zinsen einher.

3. SCHUFA-freie Kredite

Kreditkunden einer Bank, die nicht mit der SCHUFA zusammenarbeitet, erhalten den Vorteil, nicht durch negative SCHUFA-Einträge als kreditunwürdig eingestuft zu werden. Was zunächst lukrativ klingen mag, endet häufig in Kreditfallen mit drastisch überhöhten Zinsen. Daher sollte von derartigen Angeboten Abstand genommen werden.

Gute Beratung und aufmerksames Vergleichen ist entscheidend

Generell lassen sich Kreditfallen umgehen, wenn vor Abschluss eines Kreditvertrages alle Optionen gründlich geprüft und mit einem Sachverständigen besprochen werden. Vor allem Kreditgeber, die mit sehr günstigen Angeboten werben, sollten vor Kreditannahme gründlich überprüft werden, um im Vertrag versteckte, hohe Nebenkosten zu vermeiden. Ein günstiger Kredit eignet sich für einmalige, notwendige Anschaffungen, wobei entscheidend ist, dass die Tilgung des Kredites ohne große Anstrengung erfolgen kann. Wer Kreditangebote genau vergleicht, Verträge gegebenenfalls von unabhängigen Beratern überprüfen lässt und einen guten Finanzierungsplan hat, kann derartige Fallen umgehen.

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